MdB Annette Sawade hospitiert am Sonnenhof

26.06.2012, Schwäbisch Hall – Die Bundestagsabgeordnete Annette Sawade setzte mit einer Hospitation am Haller Sonnenhof ihre Reihe von Arbeitseinsätzen fort, die sie Anfang Juni in den Dorfläden in Gailenkirchen und Gottwollshausen begonnen hatte.

Dabei zeigte sie sich tief beeindruckt von den vielen Aufgaben, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sonnenhofs zu leisten haben. „Was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier seit über 40 Jahren leisten kann Ihnen nicht hoch genug angerechnet werden“, findet Sawade, die mit vielen positiven Eindrücken aus diesem Tag heraus geht:

„Die vielen Kinder, Jugendliche und Erwachsenen hier im Sonnenhof schätzen dies auch sehr. Man merkt richtig wie wohl sie sich fühlen und wie sie hier aufleben. So realisiert man auch selbst erst wieder, wie wichtig es ist, das Gefühl zu bekommen, respektiert zu werden und eine Heimat zu haben. Es ist sehr wichtig, die Menschen mit ihren zum Teil sehr hohen Einschränkungen zu erleben. Sie alle haben ihre eigene Persönlichkeit, die Respekt und Ernstnehmen einfordert . Ich kann so einen Mitarbeitstag nur empfehlen – es werden Ängste genommen und die Achtung vor den Menschen und der Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestärkt.“

Sawade wurde in ihrem eintägigen Praktikum auch gleich in Pflicht genommen. Beim Gemeinschaftsessen in einer Erwachsenengruppe, beim Spielen mit Jugendlichen im Freien und im neu eingerichteten Bewegungsraum, der durch Spenden finanziert wurde, war Sawade ein Teil der Erzieher und erlebte so deren Alltag.

Im Gespräch mit Pfarrer Rudolf Schmid, der theologisch-pädagogischer Vorstand der Einrichtung ist, erfuhr Sawade aber auch von den Nöten, mit denen der Sonnenhof zu kämpfen hat. Mit Sorge warte der Sonnenhof die Entwicklung im Bereich der Freiwilligen ab. Die Zahl der Schulabgänger nehme demografisch bedingt stark ab und zusätzlich wurde leider auch der Bundesfreiwilligendienst gedeckelt. Dadurch fehle es an jungen Helfern wie an Älteren, die sich in der Arbeit für Menschen mit Behinderungen engagieren wollen, erklärt Schmid. Auch kämpfe der Sonnenhof an der ein oder anderen Stelle gegen die Bürokratie: „Wenn wir zum Beispiel das Landesheimbaugesetz und die Pflegestandards auch auf Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderung anwenden müssen, obwohl die entsprechenden Gesetze und Verordnungen im Kern für Seniorenpflegeheime erlassen wurden, dann wäre mehr Flexibilität von den Aufsichtsbehörden wünschenswert.“

Im Gespräch mit der Mitarbeitervertretung wurde ebenfalls die hohe Arbeitsbelastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diskutiert. Sie arbeiten an Ideen zur Entlastung der zunehmend älteren Kolleginnen und Kollegen. Das Springermodell wird als erfolgversprechender Ansatz gesehen, es bietet bereits im Vorfeld entsprechende Unterstützung an.

Für Sawade verging der Tag wie im Flug. Und sie versprach, die Anregungen mit in den Bundestag zu nehmen um sie an die entsprechenden Fachpolitiker weiterzuleiten. Und um diese nach Hall einzuladen, damit sie sich selbst ein Bild von der Lage machen können.