Für eine menschliche Arbeitswelt

30.11.2012, Berlin– Betriebsratsvorsitzender Karl Eichele aus Gaildorf besucht Konferenz der SPD-Bundestagsfraktion. „Humaner Arbeitsplatz – Humane Arbeitswelt“ lautete das Motto der diesjährigen Betriebs- und Personalrätekonferenz der SPD-Bundestagsfraktion.

Mehr als 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus ganz Deutschland im Berliner Reichstag zusammen, um über die gesetzlichen Rahmenbedingungen einer menschlichen Arbeitswelt zu diskutieren. Auf Einladung der SPD-Bundestagsabgeordneten Annette Sawade nahm Karl Eichele, Betriebsratsvorsitzender in der Unternehmensgruppe Bausparkasse Schwäbisch Hall AG, an der Veranstaltung teil.

„Es ist richtig und wichtig, dass sich die SPD der Humanisierung der Arbeitswelt intensiv annimmt. Hier kann ein enger Schulterschluss mit den Gewerkschaften gelingen, weil deren Projekte – wie „gute oder faire Arbeit“ – dasselbe Ziel verfolgen. Das halte ich für gesellschaftspolitisch enorm wichtig, weil es bis zu der Frage reicht, welchen Preis wir für unser Wirtschaftssystem bezahlen müssen“, erklärt Karl Eichele zu Beginn der Veranstaltung.

„Den fortwährenden Dialog mit den Betriebsrätinnen und Betriebsräten schätze ich sehr. Schließlich sind sie es – die für die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Betrieben einstehen“, macht Annette Sawade deutlich. Zudem sei es wichtig, gegenwärtige Probleme offen anzugehen. „Erschreckend ist zum Beispiel, dass Schätzungen zufolge mehrere Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland von Burn-out betroffen sind. Für uns als SPD-Fraktion ist klar: Stress und daraus folgende Erwerbsunfähigkeit können vermieden werden“, so die Sozialdemokratin weiter.

Die Betriebs- und Personalrät/innen erörterten Fragen des Leistungsdrucks in der Arbeitswelt, der Rolle der betrieblichen Mitbestimmung für humane Arbeitsplätze, der gesundheitlichen Anforderungen und der flexiblen Übergänge in die Rente. Mit dem Fraktionsvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier und dem Bundestagsabgeordnete Klaus Barthel von der SPD-Bundestagsfraktion sowie den Vertreterinnen und Vertreter der IG Metall, der deutschen Telekom AG, des BKK-Bundesverbandes und der Deutschen Rentenversicherung Bund konnte anschließend in eine rege Diskussion übergegangen werden.

„Die in der Konferenz aufgeworfenen Fragen, wie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bis zum Beginn ihrer Rente gesund und leistungsfähig bleiben, haben wir nicht abschließend klären können“, fasst der Betriebsratsvorsitzende zusammen und hält abschließend fest: „In den großen Unternehmen gibt es bereits vielfältige Ansätze für ein betriebliches Gesundheitsmanagement. Aber auch aus den kleinen Firmen, wie zum Beispiel aus den Firmen in Sulzbach oder Gaildorf, wird immer wieder positives berichtet. Wir als Betriebsräte sind dennoch nicht mit den bisher erzielten Ergebnissen zufrieden. Von den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern muss spürbar mehr kommen und auch die Politik kann und muss mithelfen – notfalls mit gesetzlichen Verordnungen gegen Überlastungen und für mehr Rechte der Beschäftigten und/oder ihrer Vertreter.“