Hand in Hand für mehr Toleranz

15.07.2013, Schwäbisch Hall – Die Erinnerung an die schreckliche Vergangenheit wachzuhalten – darum ging es am vergangenen Samstag (06.07.) bei der Aktion „Menschenkette gegen Rechts“. Auch ich habe mich daran beteiligt und bin mit einem Teil des SPD Landesvorstandes nach Kirchheim/Neckar gefahren. Gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen aus Bund und Land haben wir deutlich gemacht: Wir tragen heute dafür Verantwortung, dass intolerante und rassistische Propaganda, sowie darauf basierende Vergehen und Verbrechen, in unserer Gesellschaft keinen Platz haben und von dieser nicht geduldet werden.

Heilbronn (Theresienwiese) ist der Ort, an dem die Polizistin Michèle Kiesewetter mutmaßlich Opfer der rechtsextremen Terrorgruppe NSU wurde – Heilbronn ist Schauplatz aktueller rechter Gewalt. Von dort aus wurde der Bogen Richtung Ludwigsburg gespannt, wo der Sitz der Zentralen Stelle zur Aufklärung von NS-Verbechen ist. Die Menschenkette reichte bis Bietigheim-Bissingen (Bahnhof). Dort war von 1942 bis 1945 ein Durchgangslager, von dem aus rund 200.000 Zivilisten zur Zwangsarbeit verschleppt wurden. Dort wurden 1944 KZ-Häftlinge aus Auschwitz für den Einsatz im KZ Vaihingen/Enz vorbereitet. Und von dort aus wurden noch 1945 Menschen in Konzentrationslager deportiert.

Das Bündnis „Initiative Menschenkette gegen Rechts“ möchte bei dieser Demonstration folgenden politischen Forderungen Ausdruck verleihen:

Wir fordern eine umfassende, lückenlose Aufklärung der NSU-Verbrechen, die insbesondere auch aufdeckt, wie es zu all den Ermittlungspannen beim Verfassungsschutz und anderen Behörden kommen konnte. Der NSU-Untersuchungsausschuss leistet parteiübergreifend gute Arbeit – seine Ergebnisse sind allen BürgerInnen transparent zu machen.

Wir fordern ein Verbot der NPD, da wir es nicht hinnehmen können, dass diese Organisation mit Steuergeldern finanziert wird. Öffentliche Gelder dürfen nicht für Menschenhetze missbraucht werden. Die Initiative der Landesinnenminister unterstützen wir ausdrücklich.

Wir fordern die Gesellschaft, also jeden Einzelnen, dazu auf, rechtes Gedankengut und mancherorts schon wieder salonfähig werdende Ressentiments gegenüber anderen Kulturen und ausländischen Mitbürgern nicht unwidersprochen zu lassen und im Alltag Zivilcourage zu zeigen.

Weitere Informationen sowie Fotos des Tages unter http://menschenkette-gegen-rechts.de/