Kompromiss beim Diesel-Gipfel ist keine saubere Lösung für die Kunden

02.08.2017, Berlin – Die Bundestagsabgeordnete Annette Sawade erhoffte sich vom Diesel-Gipfel in Berlin eine schärfere Lösung, damit Dieselfahrzeuge sauber fahren und die Kunden dafür nicht auch noch bezahlen müssen. Der jetzt gefundene Kompromiss sorgt lediglich dafür, dass die betroffenen Dieselautos ein Softwareupdate bekommen.
„Der Fehler liegt bei den Unternehmen, warum sollten dann die Kunden dafür zahlen?“ sagt die Verkehrsexpertin. „Die für Deutschland so wichtige Branche der Autoindustrie hat sich selbst und Deutschland einen enormen Schaden zugefügt. Den muss sie selbst beheben, damit ihr Image nicht noch mehr leidet.“
Die Kunden bleiben auf der Strecke, wenn technische Lösungen, die nach Aussagen von Fachleuten bereits einsetzbar sind, nicht angewendet werden und es nur um schnelle Gewinne der Konzerne geht.
Die Software-Manipulationen bei Dieselfahrzeugen dürfen von den Verbrauchern und der Politik nicht länger geduldet werden. Die Sozialdemokratin Sawade schließt sich der Kritik von Martin Schulz an; auch das die Kontrollämter, wie das Kraftfahrtbundesamt, dass Berichte der Abgaswerte bei Porsche geschönt haben soll, muss unter die Lupe genommen werden. Es gibt eine zu starke Verknüpfung von Industrie und Politik und die Kontrollämter müssen unabhängig arbeiten können.