„Ich hatte doppeltes Glück“

2014, Chiara Stammer – Ich bin 21 Jahre alt und mache ein Duales Studium beim Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (BSK). Im Rahmen meines Studiums habe ich die Möglichkeit bekommen, für zwei Wochen, vom 16.06. bis 27.06.2014, die Arbeit im Bundestag sowie im Berliner Büro der SPD-Abgeordneten Annette Sawade kennen zu lernen.

Theoretisch kennt jeder die Aufgaben und die Arbeit des Bundestages und der Abgeordneten, aber eine wirkliche Vorstellung von den tatsächlichen Arbeitsabläufen eines Bundestagsabgeordneten und dessen Mitarbeitern hatte ich nicht. Ich stellte mir Fragen wie: Was muss vor und nach den Sitzungen alles getan werden, was sind die Aufgaben der Mitarbeiter eines Abgeordneten oder wie laufen die Sitzungen ab? So war ich schon ganz gespannt, was mich in den zwei Wochen meines Praktikums erwarten wird.

Ich hatte doppeltes Glück. Zum einen, weil ich sowohl eine sitzungsfreie Woche als auch eine Sitzungswoche miterleben konnte. Es war sehr beeindruckend, wie sich die Stimmung während der beiden Wochen unterschieden hat. Und zum anderen, weil ich in ein so tolles Büro-Team, wie dem von Annette Sawade, gekommen bin. Die beiden netten Mitarbeiterinnen haben mir während meiner Praktikumszeit viel erklärt und geholfen.

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Darüber hinaus wurde von der SPD-Fraktion ein Programm speziell für Praktikanten angeboten. Hierbei konnte man sich zu Ausflügen oder verschiedenen Gesprächen mit Abgeordneten der SPD anmelden. Ich hatte die Möglichkeit, an einem Tagesausflug mit den Jugendoffizieren der Bundeswehr in die Julius-Leber-Kaserne teilzunehmen. Auf dem Programm standen u.a. die Besichtigung der Julius-Leber-Kaserne, ein sicherheitspolitischer Vortrag des Jugendoffiziers, das Mittagessen in der Truppenküche sowie ein Besuch bei den Feldjägern und ein Vortrag über deren Einsätze im Ausland. In meiner ersten Praktikumswoche, der sitzungsfreien Woche, lernte ich die täglichen Aufgaben der beiden Mitarbeiterinnen des Abgeordnetenbüros Berlin kennen und durfte verschiedene Aufgaben selbst übernehmen, wie z.B. die tägliche Büroarbeit oder die Recherche und Zusammenfassung von Petitionen für die Bearbeitung und Diskussion im Ausschuss während der Sitzungswoche.

In der Sitzungswoche durfte ich, neben meinen allgemeinen Tätigkeiten, zusätzlich an verschiedenen Arbeitsgruppen, Ausschüssen und Sitzungen im Plenum teilnehmen, um einen tieferen Einblick in die Arbeit und die Aufgaben eines Bundestagsabgeordneten zu erhalten. Im Plenum habe ich somit auch drei namentliche Abstimmungen miterlebt, bei der alle Abgeordneten anwesend sein müssen. Hierfür bekommt jeder Abgeordnete Stimmkarten in drei verschiedenen Farben mit Aufdruck des Namens und der Fraktionszugehörigkeit. Die blaue Karte bedeutet ein „Ja“, die rote ein „Nein“ und die weiße Karte steht für Enthaltung. Als krönenden Abschluss darf ich heute, an meinem letzten Praktikumstag, die Rede von Annette Sawade zur Verkehrslärmschutzverordnung im Plenum anhören.

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Ich kann jedem nur empfehlen, ein längeres Praktikum im Deutschen Bundestag zu machen, da man in zwei Wochen nur ein oberflächliches aber trotzdem eindrucksvolles Bild von der Arbeit eines Abgeordneten bekommen kann. Die Verknüpfung aus Bürotätigkeit, politischen Sitzungen und verschiedenen Veranstaltungen des Praktikantenprogramms der SPD gestalteten meine zwei Wochen bei der Bundestagsabgeordneten Annette Sawade abwechslungsreich und vielseitig. Trotz der vielen Termine während der Sitzungswoche, die sich auch oft überschneiden, war diese sehr spannend. Selten habe ich in so kurzer Zeit so viele neue Eindrücke kennen gelernt und mitgenommen.