Als MdB vor Ort

Die Arbeit einer parlamentarischen Vertreterin der deutschen Bevölkerung beschränkt sich nicht auf die Anwesenheit im Plenum des Deutschen Bundestags. Ebenso wichtig ist der Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern im Wahlkreis und die Arbeit in diesem. Dies ist in meinem Selbstverständnis als Volksvertreterin eigentlich meine Kernaufgabe: Die Meinungen und Eindrücke derjenigen nach Berlin mitzunehmen und dort die Interessen derjenigen zu vertreten, die in meinem Wahlkreis leben. Zu diesem Zweck wechseln sich Sitzungs- und Nicht-Sitzungswochen ab. Gelegentlich kommt es vor, dass in diesen Wochen auch Ausschussreisen oder Sondersitzungen des Bundestages stattfinden. Diese sind allerdings die Ausnahme und nicht die Regel. Und deshalb reise ich nach jeder Sitzungswoche in die beden-württembergische Heimat.

annette_podiumBereits am Wochenende warten stets eine Vielzahl an Terminen. Von Sitzungen des Landesvorstandes der SPD Baden-Württemberg, Sitzungen der zwei SPD Kreisverbände oder die Teilnahme an einer der vielen verschiedenen kulturellen Veranstaltungen – terminfreie Wochenenden gehören nicht zum Alltag der Bundestagsabgeordneten. Innerhalb der Woche wechseln sich verschiedene Arten von Terminen ab: von Betriebsbesuchen über Diskussionen in Schulen, der Besichtigung von Vereinen und karitativen Einrichtungen, der Besuch von Gewerkschaftsgruppen, Diskussionen mit Vertreterinnen und Vertretern der kommunalen Politik und Verwaltung bis hin zu verschiedensten Abendveranstaltungen. Besonders wichtig sind mir auch die BürgerInnensprechstunden, in denen sich Menschen direkt und oft sehr persönlich an mich wenden.

Im Rahmen dieser Terminvielfalt wird schnell klar: Die Eindrücke aus der regionalen Wirtschaft sind genauso wichtig, wie die Anliegen engagierter Ehrenamtlicher oder der Landfrauen. Es ist schade, dass häufig nur ein bis zwei Stunden pro Termin einzurichten ist, doch in sitzungsfreien Wochen ist die Zeit sehr knapp bemessen, da oft ein Termin auf den nächsten folgt.

Ein zusätzliche Herausforderung stellt die räumliche Größe des Wahlkreises dar. Es ist keine Seltenheit, dass zwei Termine durch eine längere Fahrtstrecke getrennt werden. Dies zieht leider weniger Zeit für Termine nach sich. Sollten einmal keine Termine auf dem Terminplan zu finden sein, so muss auch diese freie Zeit genutzt werden. Denn anstehende Besuchstermine oder Sitzungswochen des Bundestages in Berlin müssen vorbereitet werden.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass eine Nicht-Sitzungswoche im Wahlkreis wesentlich unstrukturierter ist – als eine Sitzungswoche in Berlin. Was nicht heißt, dass deswegen weniger Arbeit ansteht. Auch in den sitzungsfreien Wochen haben Abgeordnete einen vollen Terminplan. Denn ohne diese Zusammenkünfte mit Bürgerinnen und Bürgern im Wahlkreis, wäre eine effektive Interessenvertretung im politischen Berlin nicht möglich.

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